Schmollende Rebellion - der Co-Narziss

Der Co-Narziss könnte ja, wenn er nur wollte. Aber wozu? Außerdem lässt ihn der Narziss ja sowieso nie. Dafür ist der aber dann auch an allem schuld, was schief läuft. Irgendwann werden die anderen das auch verstehen. Und bis dahin begnügt er sich eben damit, dass ihm der Narziss ein paar Funken seines Strahlenglanzes zuteilwerden lässt.

Immerhin ist ja nicht alles ganz schlecht, was der Narziss so treibt. Und weil der Co sich immer ein wenig kleiner fühlt, als er eigentlich sein könnte, stellt er oft sein Licht allzu sehr unter den Scheffel. Seine Bescheidenheit macht ihn auf den ersten Blick für andere meistens recht sympathisch. Er ist ja immerhin kein so großmäuliger Selbstdarsteller wie der Narziss und er fällt auch nicht mit der Tür ins Haus. Er pflegt lieber ein bewusstes Understatement und legt seinen Stolz eher ironisch an den Tag. Außer natürlich, es käme vielleicht irgendwann der richtige Moment dafür. Aber das ist eher theoretisch.

Der Narziss und sein Co

WelpeDie Beziehung eines Narzissten zu seinem Co kann man sich am besten so vorstellen wie die eines Herrchens zu seinem jungen Welpen: der hechelt seinem Besitzer schwanzwedelnd hinterher, während dieser das Würstchen an der Angel gerade so hoch hält, dass es das kleine Hündchen immer ganz knapp verfehlen muss. Erreicht es das Lekkerli dann doch einmal, ist das gewissermaßen das Krönchen seiner bedauernswerten Lebensform.

Der Co-Narziss kann dies aber dennoch beharrlich in güldenem Lichte sehen, so lange ihn sein Narziss gut versorgt. Sowie ihm der Narziss jedoch einen kleinen Tritt in die Seite verpasst (übrigens eine der Lieblingsbeschäftigungen des Narzissten) bricht die Illusion von Glanz und Gloria jedes Mal wieder in sich zusammen wie ein Kartenhaus. Deswegen ist der Co auch die meiste Zeit damit beschäftigt, an seiner heilen, kleinen Wunderwelt zu feilen und zu basteln.