Der ideale Co-Narziss - nur schmuckes Beiwerk?

Die jeweiligen Partner an der Seite des Narzissten erscheinen oft eigentümlich beliebig, wahllos und irgendwie austauschbar. Hauptsache aber vorzeigbar. Das liegt daran, dass der Narziss sich sowieso am liebsten selbst heiraten würde, wenn er könnte. Was auch gar nicht so selten vorkommt. Einen Partner braucht er eigentlich nur, weil er

  1. gewisse Bedürfnisse hat, zu deren kontinuierlicher Befriedigung es einer Ich-Erweiterung bedarf,
  2. es gute PR einbringt,
  3. er sich gerne selbst reproduzieren möchte.

Mechanische PuppeDer ideale Co-Narziss...

Der ideale Co für den Narzissten ergänzt ihn perfekt und repräsentiert jeweils das, was dieser am Dringendsten benötigt. Seine tragende Rolle ist es, als schmuckes Beiwerk neben dem Narziss zu glänzen und ihm ansonsten den Popo hinterher zu tragen und sich durch Servilität bis hin zur Nichtexistenz hervorzutun. Daran scheitern auch die meisten Promi-Ehen. Wenn nämlich das Beiwerk plötzlich selbst ins Rampenlicht drängt und deswegen seine Pflichten gegenüber dem Narziss vernachlässigt.

Die perfekte Lösung wäre ohnehin ein individuell programmierbarer Android. So wie in der schönen Geschichte von E.T.A. Hoffmann, die zu jener Zeit spielt, als Frauen noch systematisch zu Co-Narzissten herangezüchtet wurden, was bis ungefähr Mitte des 20. Jh. der Fall war:

Nathanael besucht die schöne Olimpia und plaudert mit ihr. Er weiß es sehr zu schätzen, dass sie so gut zuhören kann. Er redet und sie nickt immer wieder sehr freundlich und ermunternd. Er fühlt sich endlich verstanden und geliebt. Nathanael hält um ihre Hand an und Olimpias Papa ist sehr angetan von der Verbindung. Aber dann, beim Tanzen, geht der Automat kaputt. Nathanael verfällt daraufhin dem Wahnsinn. Die Anwesenden bedauern den Ärmsten sehr und fordern, man müsse den Bau solcher Puppen verbieten. Weil sie so lebensecht sei, dass man das nicht merkt. Und das wäre schließlich Betrug...