WasserhahnBeziehungen mit einem Narzissten sind eine ziemlich relative Angelegenheit, denn beständiges Glück entspricht ja nun so gar nicht seinem Naturell. Dazu ist es einfach zu unspektakulär. Außerdem ist der Narziss von Natur aus eine treulose Tomate. Auch wenn er im Taumel der ersten Verliebtheit gerne das Gegenteil beteuert (und vermutlich sogar selbst für einen kleinen Augenblick daran glaubt).

Es geht ihm dabei keinesfalls nur um Sex oder ähnlich banale Dinge. Aber er leidet nun einmal wirklich darunter, wenn sein Lebenselixier versiegt und der beständig plätschernde Quell von Bewunderung, Anerkennung und Idealisierung nicht mehr üppig sprudelt sondern nur noch zaghaft tröpfelt.

Und das passiert merkwürdigerweise immer spätestens dann, wenn der Alltag einkehrt und das wirkliche Leben seinen Tribut fordert. Deswegen gehört das wirkliche Leben für den Narzissten auch nicht zu den wirklich erstrebenswerten Dingen.

Der Narziss bevorzugt die serielle Symbiose
Irgendwann ist eben normalerweise einfach Schluss mit der fortwährenden Überhöhung dank blinder Verliebtheit. Und Schuld daran ist natürlich der Co-Narziss. Weil er derjenige ist, der den Hahn zudreht. Was er möglicherweise auch deswegen tut, weil ihm endlich dämmert, dass der Fluss immer nur bergauf fließt. Deswegen ist das Beziehungs-Modell, das beim Narzissten wohl am häufigsten anzutreffen ist, die serielle Monogamie. Im fortgeschrittenen Lebensalter nimmt jedoch die Wahrscheinlichkeit einer seriellen Bigamie zu.

Der Narziss hat also, zumindest bis zu einem bestimmten Lebensabschnitt, meist keine sehr lange dauernden, sondern eher mehrere kürzere aufeinanderfolgende monogame Beziehungen, nahtlos oder mit Single-Phasen dazwischen. Und danach meist einen festen Partner und mehrere aufeinanderfolgende monogame Beziehungen daneben.

Wie auch immer. Jede Beziehung ist ohnehin nur ein verzweifelter Versuch, die Kollateralschäden seiner missglückten Kindheit zu reparieren und die anderen Teilnehmer am wirklichen Leben bleiben ihm sowieso auf ewig ein Rätsel, dessen Lösung er zeitlebens sucht.

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