Narziss und Co-NarzissDer Narziss ist auf der Suche nach der bedingungslosen Liebe. Nach der Liebe eines Menschen, der seine Bedürfnisse bedingungslos befriedigt. Deswegen lebt er für gewöhnlich in Symbiosen. Entweder

a) mit sich selbst und seinem Spiegel oder
b) mit einem Co, in dem er sich fortwährend spiegelt.

Nun könnte man meinen, Variante b) sei seltener anzutreffen, da der Co naturgemäß schon deswegen nicht perfekt sein kann, weil der Narziss ja selber immer und in allem der Beste ist. Doch dies ist nicht der Fall. Der Narziss ist nämlich durchaus lernfähig, wenn es für sein Image nützlich ist. Insofern kann so ein Co an der Seite des Narzissten ein durchaus nützliches Instrument im gesamtgesellschaftlichen Kontext sein.

Auch die Ehe ist dabei letztlich nichts anderes als ein Statussymbol. Der Narziss verleiht sich damit den letzten Feinschliff an Normalität und Seriosität. Außerdem hat er schließlich neben seiner einzigartigen Mission in dieser Welt auch noch ein paar Bedürfnisse. Diese machen mitunter persönliche Beziehungen zu anderen Menschen erforderlich. Da ist ein Ehegatte unter dem Strich und auf lange Sicht gesehen, auch unter den pragmatischen Kriterien der Kosten-Nutzen-Rechnung, die beste aller real existierenden Lösungen.

Ein optimal funktionierender Co wäre zudem die ideale Ergänzung im Hinblick auf die eigene Bedürfnisbefriedigung, würde er nur endlich lernen, dem Narzissten die Wünsche von den Augen abzulesen und keine Widerworte zu geben. Aber genau das ist halt auch das Problem des Co. Ansonsten wäre die Verbindung wirklich perfekt.

Der Narziss als  Lebensaufgabe
Der Co ist für gewöhnlich eine treue Seele und findet im Narzissten seine Lebensaufgabe. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn es handelt sich dabei ganz gewiss um eine Aufgabe, die ihn sein ganzes restliches Leben ausfüllen wird. Doch die Hingabe des Co wird auch belohnt: der Narziss verleiht ihm dafür jene Bedeutung, die der Co bis dahin nie besaß. Als Teilchen im Ego-Puzzle des Narzissten.

Das kommt dem Co wiederum sehr entgegen. Daher wäre es schlicht überzogen, den Narzissten einfach nur als Parasiten zu bezeichnen. Obwohl er unbenommen ziemlich eigennützig ist. Denn für einen willigen und gefügigen Partner bringt die Beziehung zu einem Narzissten durchaus gewisse Vorteile mit sich. Man könnte auch sagen: Da haben sich einfach zwei gesucht und gefunden. Das kann sogar manchmal gut gehen und ist - nun ja - vielleicht auch so eine Art von Liebe?

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