Unzertrennlich - der Narziss und sein Co

Der Narziss und sein Co beiden bilden schon deswegen gerne ein Paar, weil sie sich so gut ergänzen. Was sie so inniglich miteinander verbindet, ist

  • das übersteigertes Bedürfnis nach Anerkennung,
  • ein mangelndes Selbstwertgefühl,
  • ihre verquere Logik,
  • die nicht vorhandene Wahrnehmung und
  • die hohe Kunst der Verdrängung.

Ansonsten würden sie es nämlich keine drei Tage miteinander aushalten. Der Narziss und sein Partner sind aber auf jeden Fall auf einer Wellenlänge - der des Narzissten.

Stan_OliverAus der Sicht des Narzissten gibt es für alles, was andere tun oder lassen, nur ein relevantes Bewertungs-Kriterium: seine eigenen Bedürfnisse. Irgendwie begreift selbst der, dass andere Menschen andere Bedürfnisse haben als er. Deswegen ist er ja so, wie er ist. Er findet es nur nicht logisch und schon gar nicht überzeugend, dass die Bedürfnisse anderer von den seinen abweichen. Warum sollte das, was ihm gut tut, nicht auch anderen gut tun? Deswegen ist er Zeit seines Lebens unerschütterlich darum bemüht, den anderen seine eigenen Bedürfnisse als ihre eigenen zu verkaufen. Was ihn nicht zwangsläufig zu einem guten Marketing-Spezialisten macht.

Spieglein, Spieglein...
Der Narziss braucht das Gegenüber. Als Spiegel. Um seine Idealvorstellungen von sich selbst zu komplettieren. Insofern hat ein menschliches Wesen eben auch gewisse Vorteile gegenüber einem Spiegel. Der andere soll ihn so sehen, wie er sein möchte. Wenn der andere ihn nämlich so sieht, dann ist er auch so. Selbst dann, wenn ihn der andere nur im Taumel seiner blinden Verliebtheit durch die rosarote Brille so sieht.

Der Co liebt den Narzissten meistens sehr. Zu sehr. Dafür bekommt er auch etwas im Gegenzug vom Narzissten. Liebe zum Beispiel. Na ja, sagen wir mal: So etwas ähnliches wie Liebe. Aber nur, wenn ihm der Co auch fortwährend bestätigt, dass er tatsächlich so ist, wie er sein möchte. Die Tatsache, dass er niemals so sein wird, bekümmert ihn dabei wenig. Der Partner allerdings sollte sich tunlichst von all seinen Selbstverwirklichungs-Projekten verabschieden. Er ist nämlich von Stund‘ an auch nicht mehr einfach nur der, der er nun einmal ist. Falls er denn jemals irgendetwas gewesen ist.