Ein Quantum Anerkennung - vom Nutzen der Ich-Erweiterungen

Der Narziss ist nun einmal besonders und so möchte er gefälligst auch behandelt werden. Für gewöhnlich sorgt er selbst dafür, dass diese bevorzugte Behandlung stets gewährleistet ist: Er umgibt er sich mit Menschen, die ihm absolut treu ergeben sind - seinen Ich-Erweiterungen. Meist hat er eine ganze Schar persönlicher Lakaien, die ihm den Popo hinterher tragen und ihn auch ansonsten von den lästigen Bürden des Alltags befreien. Der Narziss besitzt einen überaus sicheren Instinkt dafür, geeignete Menschen unter Hunderttausenden aufzuspüren. Zu Beispiel in Form eines Butlers oder einer persönlichen Assistentin. Zur Not tut es aber auch ein williger und gefügiger Ehepartner.

Medizin Sein Lebenselixier
Dreh- und Angelpunkt der Existenz des Narzissten sind seine Bedürfnisse. Ihre Befriedigung ist sein Lebenselixier. Versiegt dieser Quell, erleidet der Narziss seelische Durstqualen. Diese können durchaus tödlich sein. Er verdurstet gewissermaßen tatsächlich. Zumindest aber führt dieser Umstand zu einem unmittelbaren Verfall seiner Gesundheit.

Ein Quantum Anerkennung
Nun sucht ja bekanntlich jeder mehr oder weniger bewusst nach kleinen Indizien der Anerkennung bei anderen Menschen, doch beim Narzissten gibt es zwei gravierende Unterschiede. Der eine betrifft die Quantität. Gewöhnliche Menschen gestehen sich ein maßvolles Quantum an Anerkennung zu. Zu viel davon wird eher als belastend empfunden und vermieden. Der Narziss ist dagegen so etwas wie das psychische Äquivalent zum Alkoholiker. Er stürzt sich wie ein Besessener auf jedes lustvolle Schlückchen, dürstet aber auch nach drei Flaschen Anerkennung fortwährend weiter, weil sein Verlangen einfach unersättlich ist.

Kosten-Nutzen-Kalkulation
Der zweite Unterschied betrifft den Pragmatismus des Narzissten: Eine Existenzberechtigung besitzt ausschließlich, was oder wer ihm nützlich erscheint. Jede seiner Entscheidungen ist einer strikten Kosten-Nutzen-Kalkulation unterworfen. Das gilt selbstverständlich auch für sämtliche Entscheidungen, die seine zwischenmenschlichen Beziehungen betreffen. Denn auch Menschen sind in seinem Konzept nun einmal lediglich Instrumente zur Befriedigung seiner Bedürfnisse und Interessen.